So fing alles an -
November 2007
Unsere Tochter Janina nimmt sechs Tage aktiv an einem Konvoi nach Bratunac teil,
um den
Menschen das Nötigste an Hilfsgütern zu bringen. Ihre Erlebnisse machen meine
Familie und mich aufmerksam für die Probleme der Menschen, die die Folgen des Balkankrieges
durchleben müssen.
Juli 2008
Ich nehme an einem Seminar für Führungskräfte teil. Der Coach ist einer der Gründer
des Vereins „Unterstützung Osteuropa e.V.“ Er schildert sehr detailliert die Situation
der Menschen in Bosnien 13 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica. Allen wird bewusst,
dass die Region nicht mehr im Fokus der Öffentlichkeit steht. Die Menschen fühlen
sich von der Welt vergessen, heißt es.
„Wir müssen für Aufmerksamkeit sorgen und wenn ich nach Bosnien laufe“, so meine
Reaktion. „Der RUN FOR THEIR LIVES, das wäre es doch“, meint der Nächste.
Man müsste, man sollte, die könnten -
Ich will das ändern – ich will mich ändern.
Oktober 2008
Nach drei Monaten der Findung bin ich entschieden. Ich will das Projekt umsetzen.
Wenn du deinem Herzen folgst und tust, was du tun musst, auch ohne zu wissen, warum,
dann werden viele kleine Schritte zu einer großen Bewegung, die Grenzen überwindet
und scheinbar Unvereinbares verbindet.
Zunächst mache ich mich daran, die Strecke zu prüfen. Es stellen sich viele Fragen und Aufgaben:
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Die Strecke ist in Etappen von jeweils etwa 15 km einzuteilen.
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Darf ich die Tagesrouten veröffentlichen?
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Nehme ich ein Wohnmobil mit?
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Schnell wird mir klar, wie aufwendig das Projekt werden wird. Ab sofort suche ich mir Menschen, die von der Idee berührt sind und im Organisationsteam mitarbeiten möchten. Meine Tochter Janina und meine Frau Christine können nicht mit organisieren. Beide müssen alle Energie im Unternehmen einsetzen, damit ich mir diese rund 60 Tage laufen leisten kann.
November 2008
Jan Biermann, unser Werbefachmann und Webdesigner, ist der Erste, der spontan bereit ist, eine Webseite zu gestalten und alle Werbemittel kostenlos zu erstellen. Super Start – tolle Hilfe
Februar 2009
Eberhard Gronau signalisiert zunächst Unterstützung bei der Medienarbeit. Schon nach kurzer Zeit ist er voll dabei für alles.
März 2009
Es folgen erste Veröffentlichungen in der Lokalpresse. Darauf meldet sich Jimi Wutschke
aus Nottuln. Der Vorruheständler, der Zeit hat und neue Herausforderungen sucht,
ist bereit mitzuhelfen. Dr. Joachim Eichler, Leiter des Baumberger Sandsteinmuseums,
bietet ebenfalls seine Hilfe an. Sohn Bastian geht zum Studium nach England, steht
nur noch für
Übersetzungen zur Verfügung. Aber sein Zwillingsbruder David macht im
Orgateam voll mit. Tinus Klaphake, immer bereit, außergewöhnliche Projekte anzugehen,
scheut zunächst vor der Größe der Aufgaben zurück, kann schließlich doch die einzelnen
kleinen Dinge in der Vorbereitung sehen und ist ab sofort dabei.
Mai 2009
Mit Christine fahre ich Anfang Mai die Strecke in Österreich ab. Wir machen Videoaufzeichnungen. Es gilt, Problemstellen zu erkennen, Kontakte aufzunehmen in Klagenfurt. Ein kurzer Urlaub mit Laptop dabei. Es geht darum, per Mail Kontakte zu allen Etappenorten aufzunehmen. Schreiben sind zu formulieren und Flyer zu verteilen und, und, und.
Mit meinem Sohn Bastian nehme ich Ende Mai am Konvoi des Vereins „Unterstützung Osteuropa
e.V.“ nach Sarajewo und Bratunac teil. Wir fahren die Strecke in Bosnien ab, verteilen
Flyer, knüpfen viele Kontakte und treffen Refik Begic in Potocari, der Gedenkstätte
für die Opfer des Massakers von Srebrenica. Er hat Verbindungen zur Regierung
und
vielen Organisationen in der Umgebung von Bratunac.
Wir sortieren alle anfallenden Aufgaben:
Juni 2009
Die Strecke mit einer Gesamtlänge von 1.746 km ist zu verfeinern.
Wie gehen wir in
die Öffentlichkeit?
Werbemittel wie Logo, Internet, Flyer in verschiedenen Sprachen, Button usw. sind zu erstellen
Kontaktaufnahme zu den Etappenorten
Team in Bosnien finden (Lela Krupp)
Kontakte in allen fünf Ländern, die durchlaufen werden sollen
Sponsorensuche, wobei große Zurückhaltung bei allen international oder
national agierenden
Firmen festzustellen ist. Die Wirtschaftskrise macht
sich hier nachteilig bemerkbar.
Wie soll das Projekt verstanden werden?
Juli 2009
Schirmherren werden gewonnen: Die Ministerpräsidenten der drei Bundesländer NRW, Hessen und Bayern, außerdem Karl Schiewerling MdB aus Nottuln und im Januar 2010 noch der aus Bosnien stammende Fußballer Edin Dzeko vom VfL Wolfsburg. Die Bundestagsabgeordneten, die ihren Wahlkreis an der Wegstrecke haben, werden mit Hilfe des Büros von MdB Karl Schiewerling über das Projekt informiert.
August 2009
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Februar 2010
Viele Herausforderungen müssen also bewältigt werden. Neuer Schwung kommt ins Team
durch Gerri Wallace. Der Querdenker und Visionär kommt wie gerufen. Als Webdesigner,
Werbegestalter und Inhaber des Internetdruckportals „Meinedruckfabrik.de“ sorgt er
für neue Impulse. Alle nehmen engagiert die Aufgaben in die Hand und Gerri entlastet
zudem die Kostenseite erheblich durch Sponsoring bei den Druckkosten und Gestaltung
aller Werbemittel. Ohne ihn wäre die Projektumsetzung extrem schwierig geworden.
Eine ehrliche und humanitäre Aktion findet ihre Helfer! Ebenso kommt Frank Schmitz
als Texter und Ideengeber
mit ins Team.
März 2010
Der Abschluss einer Haftpflichtversicherung erweist sich als sehr schwierig. Die Art Veranstaltung kennen die Versicherer nicht. Letztendlich kann aber auch dieses Problem gelöst werden.
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23. März 2010
Karl Schiewerling, der dieses Projekt nachhaltig unterstützt, verschafft einen Besuchstermin im Deutschen Bundestag in Berlin. In Begleitung von Eberhard Gronau fahre ich mit dem Zug in die Hauptstadt. Im Bundestag bekommen wir Gelegenheit, mit den Abgeordneten ins Gespräch zu kommen, deren Wahlkreise an der Laufstrecke liegen. Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zeigt sich interessiert und lässt sich das Projekt erläutern. Die MdB's sagen zu, uns in ihren Wahlkreisen zu unterstützen.
Ein Filmteam zeigt seit Juni 2009 Interesse, einen Kinofilm von meinem Lauf zu drehen. Im Oktober 2009 und April 2010 finden in den Baumbergen mehrere Dreh's statt. Das Team will den ganzen Weg dabei sein und die tägliche Berichterstattung, Fotos und Filme machen. Ebenso hatten sie die Wohnmobile vorgebucht. Wir wären mit mindestens drei Mobilen unterwegs gewesen.
Mitte Juni 2010
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Plötzlich
die Absage des Filmteams. Probleme mit dem Budget
!!! Wir fallen in ein Loch!!!
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Alle Werbemittel müssen bedruckt
werden.
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ganze
Strecke das Wohnmobil fährt. Wir brauchen T-
Verkauf.
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Wohnmobil usw.
Dafür kostenlos Telefon-
Kurz entschlossen gehen wir noch einmal mutig nach vorne!
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genutzt werden
dürfen.
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Tagesstrecken sicher geführt
werden.
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Wohnmobil,
aber auch zu Kontakten an der Strecke und in
den Etappenorten.
Es kommen viele Aufgaben auf Basti und mich zu, die das Filmteam abdecken sollte.
Das Projekt hängt am seidenen Faden! Fällt einer von uns beiden aus, ist alles vorbei.
Christine und Janina mischen sich ein Es wird immer stärker ein Familienprojekt.
David wird mit allen anderen
Orgateam-
22 Juni 2010:
Basti ist aus England zurück (Semesterferien). Er bereitet alles vor. Laptops mit
allen wichtigen Daten, GPX-
Die letzte Woche vor dem Start: Die letzten Tage habe ich keine Möglichkeit mehr zu trainieren. Die Zeit läuft mir davon. Die Anspannung ist unendlich groß. Die Nächte sind kurz. Ich schlafe schlecht. Was habe ich da losgetreten?!
18. Juli 2010:
Endlich ist es so weit: Heute erfolgt der Start. Fast 1.800 Kilometer liegen vor mir. In 57 Tagen möchte ich am Ziel sein. Die kommenden rund zwei Monate versprechen, sehr spannend zu werden!